Die Geschichte der Johannes-Kapelle in Metel.
Ein kurzer Blick in die Geschichte.
1543
Die älteste Nachricht über die Kapelle finden wir im Einkünfte-Verzeichnis der Visitatoren.

Seit 1594 wurde regelmäßig Buch geführt über die Einnahmen und Ausgaben der Kapelle.
Das Rechnungsbuch trägt den Vermerk: „Si Johannis Baptistae capellen Register tho mettel“, woraus zu schließen ist, dass die Kapelle Johannes dem Täufer geweiht wurde.

1594 - 1622
Regelmäßige Eintragungen durch Pastor Meier aus Basse im Rechnungsbuch.

Ab 1628
Eintragungen durch einen anderen Schreiber. Er berichtet, dass in den letzten vier Jahren wegen der ersten Neustädtischen Belagerung keine Einnahmen erfolgten, da die Kapellenpächter nicht daheim bleiben konnten, sondern dem „Kriegsvolke allerlei Dienste haben leisten müssen“.

1616 erhält die Kapelle neue Dielen.

1618 erhält die Kapelle ein neues Dach, zu dem 500 Pfannen für sechs Gulden 18 Groschen verwendet werden.

1649 steuert die Kapellenkasse neun Groschen für die Beseitigung eines Brandschadens bei.

1650 wird eine neue Glocke angeschafft. Es heißt darüber:
„Es ist durch das Kriegßvolck vorhin die Capelle ihrer Klocken beraubt worden, da die Tillyschen vor der Neustadt gelegen, hat man in diesem Jahr eine Neue wieder gießen lassen zu Hannover, wiegt 1 Centner 4 Pfund. Kostet 36 Thaler, dem Meister bezahlet und 4 Thaler mit Knepel (Klöpfel) und schmiedelohn, facit in toum 40 Thaler. Dartzu ist vorgünstiget vom Herrn Superintendenten vom Vorrath der Capellen anzugreifen 20 Gulden, daß die Capelle dazu gegeben. Die Scharler Lüte ingesampt, so damit eingehörig und hingehen, wann gepredigt, laßen ihnen Copulationes (Trauungen) da verrichten, hören und genießen, das geläut und Betglocken mit, haben dazu vorehret 8 Thaler“.

Diese Glocke läutet noch heute den Stundenschlag und zu den Gottesdiensten. Die Inschrift der Glocke lautet:

Lobet ihn mit hellen Cymbelen,
lobet ihn mit wohlklingenden Cymbelen.
Ps. 150
Meister Ludolf Siegfriedt hat mich in Hannover gegossen.
Anno 1650


1661/1662
wird eine größere Ausbesserung an der Kapelle vorgenommen, was „gros nötigk war, wo sie nicht herunter fallen sollte“. Die Arbeiten wurden begonnen am 25, Juni 1661 und des „1662. Jahres am 10 octobris glücklich vollendet, waß Zimmer und Mauerleute daran thun können“.

1878 erhält die Kapelle den Altar aus der Kirche zu Basse.
Es wird vermutet, dass er aus der Zeit des Neuaufbaus der Basser Kirche 1688/89 stammt.
Der Altar ist aus Stein. Die Seitenwände bestehen aus Sandstein, über diese wurde eine große Steinplatte gelegt.
Der Aufsatz ist aus Holz. Das Bild stellt die Kreuzigung Christi dar. An beiden Seiten des Aufsatzes erheben sich angeschnittene Säulen, umgeben von Wein- und Brotfrüchten (Spätbarock).
An den beiden stark hervor tretenden Sockeln stehen die Einsetzungsworte, an dem einen: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib; an dem anderen: Trinket alle daraus, das ist mein Blut.
Über den geschnitzten Kapitälen ist noch ein Aufsatz mit zwei darauf stehenden Aposteln. Oben in der Mitte der Altarwand erhebt sich Christus. Unter ihm stehen die Worte: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Der ganze Aufsatz ist von Schnitzarbeiten umgeben.

1810 wird der Klingelbeutel vom Schneider Friedrich Brand in Basse angefertigt. Die weitere Arbeit erfolgt durch Philipp Häusmann in Suttorf.

1892 erfolgt der Beschluss, keine Ausbesserungen an der Kapelle mehr vorzunehmen und diese nur noch so lange zu benutzen, als es ohne Einspruch der Baupolizei geschehen kann. Dann soll sie mitsamt dem Grundstück verkauft werden; der Erlös soll in die Kapellenkasse fließen.

1946 findet die letzte Trauung in der Kapelle statt.

13. Juli 1952
Die Kapelle wird nach einem Umbau feierlich eingeweiht. Der Denkmalschutz hatte den Abriss verhindert.

1953 kann durch eine Sammlung im Dorf ein Harmonium angeschafft werden.

1955 wird der Glockenstuhl erneuert.

1983 wird die Kapelle innen teilrenoviert.

2000
Es findet wieder eine Trauung statt.

2002 wird eine elektrische Heizung installiert.

2007
Gründung des „Freundeskreises der Johannes-Kapelle Metel e. V.“ zum Zwecke der Erhaltung der Kapelle.

Außerhalb der Kapelle findet man einen Grabstein. Dieser verrät, dass die Witwe des Henneke Reßmeier, der 1585 zur Musterung nach Neustadt marschierte, 1661 starb. Sie ist „selig entschlafen und hat gezeuget drei Töchter“.

Quellen: Basse-Gohgrafschaft-Vogtei-Kirchspiel von Pastor Heinrich Kühnhold
Chronik – 300jähriges Jubiäum der Simon und Judas-Kirche, Basse 1989
erstellt: Ramona Ohnstedt-Wendland (Küsterin)